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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 20.06.2017

Hohe Anforderungen bei "Stiefkindadoption"

Wenn ein Ehepartner ein Kind aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe bringt, besteht unter gewissen Bedingungen die Möglichkeit, dass der neue Ehepartner das Kind adoptieren kann, sodass es rechtlich gesehen ein gemeinsames Kind der neuen Ehegatten ist.

Wenn der leibliche Elternteil keine Zustimmung erteilt, kann es jedoch nur in Ausnahmefällen zur Adoption kommen. Das Familiengericht kann die Zustimmung des anderen Elternteils zur Adoption ersetzen, wenn z. B. Eltern nicht miteinander verheiratet waren und bei denen nur einer das Sorgerecht für das Kind hatte und ohne die Zustimmung unverhältnismäßige Nachteile für das Kind zur erwarten wären. An die Ersetzung der Zustimmung sind jedoch laut Bundesgerichtshof sehr hohe Anforderungen zu stellen.

Das Oberlandesgericht Oldenburg entschied in einem Fall, dass die Zustimmung zu einer Adoption nicht zu ersetzen sei (Az. 4 UF 33/17). Die Mutter hatte ihren Antrag damit begründet, dass ihr neuer Ehemann auch rechtlich Vater ihrer Kinder werden müsse, damit er u. a. bei Krankenhausaufenthalten oder Arztbesuchen der Kinder Entscheidungs- und Informationsrechte habe. Das Gericht vertrat jedoch die Auffassung, die Kinder hätten im Fall einer Adoption keine so erheblichen Vorteile, die eine Durchtrennung der rechtlichen Bande zu ihrem leiblichen Vater rechtfertigen würden. Insbesondere gäbe es eine andere Möglichkeit, denn der sorgeberechtigten Mutter stehe es frei, ihren neuen Ehemann zu bevollmächtigen, für die Kinder bei Arztbesuchen oder ähnlichem Entscheidungen zu treffen und Informationen zu erhalten. Dies sei auch ausreichend.

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