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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 12.10.2021

Hundebiss in die Hand: Bei Schmerzensgeld Mitverschulden zu berücksichtigen

Wenn eine Person von einem Hund in die Hand gebissen wird, kann dies einen Schmerzensgeldanspruch begründen. Jedoch ist der Person ein Mitverschulden von 30 % anzulasten, wenn der Biss auf das versuchte Streicheln des fremden Hundes zurückzuführen ist. So entschied das Amtsgericht Rheine (Az. 4 C 92/20).

Im Februar 2020 beförderte eine Taxifahrerin eine Frau mitsamt ihrem Hund, ein Jack-Russel-Terrier. Der Hund saß auf dem Schoss der Frau und leckte vor Fahrtbeginn die Hand der Taxifahrerin. Anschließend verließ die Taxifahrerin das Fahrzeug kurzzeitig. Als sie zurückkam, wollte sie den Hund streicheln, der sie daraufhin in die Hand biss. Aufgrund des Hundebisses trug die Taxifahrerin eine Narbe davon und litt unter einer Hundephobie. Diese zeigte sich dadurch, dass sie jedes Mal, wenn sie einem Hund begegnete, massive Angstzustände, Schweißausbrüche und Herzklopfen bekam. Zudem erstarrte sie dann vor Angst. Die Taxifahrerin klagte daher gegen die Hundehalterin auf Zahlung von Schmerzensgeld.

Das Gericht entschied zu Gunsten der Klägerin. Ihr stehe grundsätzlich ein Anspruch auf Schmerzensgeld in Höhe von 1.700 Euro zu. Die Beklagte hätte als Halterin des Hundes dafür Sorge tragen müssen, dass ihr Hund die Klägerin nicht biss. Der Klägerin sei aber ein Mitverschulden von 30 % anzulasten. Sie habe in dem Ablecken der Hand durch den Hund kein Anfreunden sehen dürfen mit der Folge, den Hund streicheln zu dürfen. Die Klägerin sei weiterhin fremd für den Hund gewesen. Daher habe die Handbewegung in Richtung des Hundes von diesem als Angriff gewertet werden können. Dies sei ein völlig typisches Verhalten von Hunden. Aufgrund des Mitverschuldens sei das Schmerzensgeld zu reduzieren.

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