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Recht / Zivilrecht 
Montag, 18.05.2020

Online-Vermittler von Flugreisen müssen Zusatzkosten für Gepäckaufgabe angeben

Online-Vermittler von Flugreisen müssen auf ihrer Internetseite auch Zusatzkosten für die Aufgabe von Gepäckstücken angeben. Der zu Buchungsbeginn genannte Flugpreis darf sich außerdem nicht um eine Servicegebühr erhöhen, wenn Kunden mit einer gängigen Kreditkarte bezahlen. So entschied das Oberlandesgericht Dresden nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Travel24.com AG (Az. 14 U 1885/19).

Der vzbv hatte lückenhafte und irreführende Preisangaben auf dem Reiseportal kritisiert. Bei mehreren Testbuchungen hatte das Reiseportal lediglich darauf hingewiesen, dass der Preis für die jeweils ausgewählten Flüge kein Freigepäck enthielt. Wie hoch der Aufpreis für eine Gepäckaufgabe war, wurde jedoch nicht mitgeteilt. Darin liege eine Irreführung der Kunden.

Das Gericht vertrat die Auffassung, dass der Vermittler damit gegen die Luftverkehrsdienste-Verordnung der EU verstieß, wonach bereits zu Buchungsbeginn auch die Kosten für wählbare Zusatzleistungen anzugeben sind. Ein effektiver Preisvergleich setze voraus, dass Verbraucher über die Preise von Leistungen in Kenntnis gesetzt werden, die sie möglicherweise zum Angebot noch hinzubuchen wollen. Gerade bei niedrigen Flugpreisen würden zusätzliche Gepäckkosten erheblich ins Gewicht fallen. Sie stellten damit einen wesentlichen Entscheidungsfaktor für den Kunden dar.

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