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Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 18.05.2020

Der Verlustrücktrag im Ertragsteuerrecht

Erleidet ein Unternehmer in seinem Betrieb oder auch als Vermieter bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung steuerliche Verluste, werden diese im gleichen Kalenderjahr zunächst mit den anderen positiven Einkünften verrechnet. Verbleibt danach noch ein Verlust, wird dieser mit den positiven Einkünften des Vorjahres verrechnet – bis zu einem Gesamtbetrag von 1 Mio. Euro. Bei Verheirateten verdoppelt sich der Betrag, egal von wem der Verlust stammt. Auf diese Weise wird die für das Vorjahr gezahlte Einkommensteuer erstattet und verschafft dem Steuerpflichtigen sofort die dringend benötigte Liquidität.

Ist der Verlust danach noch nicht aufgebraucht, kann er in den Folgejahren mit positiven Einkünften verrechnet werden. Auf Antrag kann aber auf den Verlustrücktrag verzichtet werden und nur der Vortrag in Anspruch genommen werden. Dies macht aber nur dann Sinn, wenn in den Folgejahren voraussichtlich ein höherer Steuersatz zur Anwendung kommt. Auch für diese Jahre gilt die Höchstgrenze von 1 Mio./2 Mio. Euro, zusätzlich werden aber noch 60 % der positiven Einkünfte im Folgejahr verrechnet. Dieser Verzicht erfordert deshalb eine sorgfältige Planung der Einkünfte der Folgejahre und es besteht das Risiko, dass der noch nicht verrechnete Verlustvortrag ganz entfällt, wenn der Steuerpflichtige vorher verstirbt. Diese Regelung gilt auch für die Körperschaftsteuer bei Kapitalgesellschaften. Für die Gewerbesteuer gilt der Verlustrücktrag nicht. Verluste können also als Liquiditätshilfe eingesetzt werden. Dies setzt aber voraus, dass die Steuererklärung des Verlustjahres möglichst zeitig im Folgejahr erstellt wird.

Das Bundesfinanzministerium hat daher auch wegen der Corona-Pandemie eine Vorabverrechnung im Schätzungswege von in 2020 anfallenden Verlusten mit positiven Einkünften in 2019 genehmigt.

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