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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 28.05.2021

Reisestornierung wegen Virus-Pandemie: Kein Anspruch auf Erstattung von Anwaltskosten

Wenn ein Reisender den Reisevertrag wegen einer Virus-Pandemie storniert hat und die Reiseveranstalterin in Aussicht stellt, zeitnah und schnellstmöglich den Reisepreis zurückzuzahlen, rechtfertigt dies selbst dann keine Beauftragung eines Rechtsanwalts zwecks außergerichtlicher Geltendmachung der Forderung, wenn sich die Reiseveranstalterin in Verzug befindet. Ein Anspruch auf Erstattung der Rechtsanwaltskosten besteht dann nicht. So entschied das Landgericht Frankfurt (Az. 2-24 O 163/20).

Am 15. März 2020 trat ein Reisender mit Hinweis auf die aufkommende Corona-Pandemie vom Reisevertrag zurück. Am nächsten Tag teilte die Reiseveranstalterin mit, mit dem Rücktritt einverstanden zu sein. Zudem übersandte sie eine Abrechnung, in der der Reisepreis als Gutschrift vermerkt war. Am 31. März 2020 erklärte die Reiseveranstalterin, dass sie zeitnah und schnellstmöglich den Reisepreis zurückzahlen werde. Dem Reisenden ging dies aber wohl nicht schnell genug, sodass er am 5. April 2020 einen Rechtsanwalt beauftragte, der die Reiseveranstalterin sodann zur unverzüglichen Rückzahlung des Reisepreises aufforderte. Am 21. April 2021 erfolgte schließlich die Rückzahlung. Zwischenzeitlich hatte der Reisende aber schon Klage erhoben. Im Klageverfahren ging es folglich nur noch über die Erstattung der vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten.

Das Gericht entschied, dass dem Kläger kein Anspruch auf Erstattung der vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten zusteht, denn mit der Beauftragung des Rechtsanwalts habe er gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen. Zwar habe sich die Reiseveranstalterin in Verzug befunden, dennoch sei nicht erforderlich gewesen, einen Rechtsanwalt zwecks außergerichtlicher Geltendmachung der Forderung zu beauftragen. Die Reiseveranstalterin habe eine zeitnahe und schnellstmögliche Rückzahlung angekündigt. Der Kläger habe eine schnellere Rückzahlung als geschehen nicht erwarten dürfen. Dass die Abwicklung des Reisevertrags noch drei Wochen in Anspruch genommen hatte, stehe angesichts der besonderen Umstände der Corona-Pandemie nicht außerhalb der Verhältnismäßigkeit.

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