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Recht / Zivilrecht 
Montag, 11.03.2019

Kein Nachweis von Verletzung einer Informationspflicht - Kein Schadensersatzanspruch für verpassten Rückflug

Das Amtsgericht München wies die Klage gegen eine Münchner Reiseveranstalterin auf Zahlung für einen in Hurghada verpassten Rückflug ab. Die Klägerin habe keinen Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung von Informationspflichten der Reiseveranstalterin. Selbst wenn ein Reiseleiter nicht erreichbar gewesen sein sollte, seien die Informationen ausreichend und eindeutig gewesen (Az. 123 C 9082/18).

Die Klägerin buchte für sich, ihren Ehemann und zwei Kinder für 3.212 Euro eine Pauschalreise vom 24.12.2017 bis 05.01.2018 nach Hurghada. Sie behauptet, es habe vor Ort keine Informationen über den Rückflug und den Transfer zum Flughafen gegeben. Eine Reiseleitung sei auch bei mehrfachen Versuchen nicht über die angegebenen Nummern erreichbar gewesen. Es sei an der Tafel ein Blatt Papier angeheftet gewesen, das als Abreiseinformation bezeichnet worden sei. Dort sei aufgelistet worden, dass am 05.01.2018 um 22:30 Uhr die Abholung stattfinden solle. Bereits am 02.01.2018 habe sich die Klägerin in dem vorgesehenen Ordner nach der Abflugzeit erkundigt, wonach dieser am 05.01.2018 um 22:30 Uhr sein sollte. Am Morgen des 05.01.2018 habe der Reiseleiter der Beklagten bestätigt, dass der Flug am Abend gehen würde. Am 05.01.2018 habe sich um 22:45 Uhr dann herausgestellt, dass der reguläre Heimflug bereits in der vorangegangenen Nacht erfolgt sei. Ein kurzfristiger Rückflug hätte 1.300 Euro pro Person gekostet. Die Klägerin und ihre Familie hätten sich entschieden, vier Tage in einem Ersatzhotel zu bleiben und für 852,87 Euro zurückzufliegen. Weiter seien 50 Euro an Taxikosten zum Flughafen, 120 Euro für eine weitere Nacht in dem Ursprungshotel, 560 Euro für vier Übernachtungen in dem Ersatzhotel sowie Taxikosten von 50 Euro zu dem Ersatzhotel angefallen.

Das Gericht entschied, dass die Klägerin keinen Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung von Informationspflichten der Reiseveranstalterin hat. Aus der Buchungsbestätigung sei hervorgegangen, dass der Rückflug für die Klägerin und die Mitreisenden von Hurghada nach Frankfurt am 05.01.2018 (…) um 2:15 Uhr stattfindet. (…) Der von der Klägerin erwähnte Ordner aus der sich eine Abflugzeit am 05.01.2018 um 22:30 Uhr ergeben soll, wurde nicht als Beweis vorgelegt. Im Übrigen widerspreche dies ihrem Vortrag, dass sie davon ausgegangen sei, dass die Abholung zum Flughafen zu diesem Zeitpunkt stattfindet. Desweiteren habe es im Hotel einen Aushang gegeben, der die Abreiseinformationen enthielt und den die Klägerin nach ihren eigenen Angaben auch zur Kenntnis genommen hatte. In der ersten Zeile sei fettgedruckt in großen Buchstaben darauf hingewiesen worden: “Abholzeit ist Donnerstag auf Freitag”. Dieser Hinweis sei unmissverständlich. Danach komme in sehr großen fettgedruckten Buchstaben die Abreiseinformation. In der 8.-11. Zeile seien die Namen der Klägerin und der Mitreisenden, das Datum 05.01.2018, die Abflugzeit 2:15 Uhr und die Abholzeit 22:30 angegeben. Auch die Information zur Abflugzeit sei unmissverständlich gewesen. Es verstehe sich von selbst, dass die Abholung vor dem Abflug stattfinde. Eine fehlende Erreichbarkeit des Reiseleiters am 05.01.2018 sei unerheblich, da der Flug dann bereits stattgefunden habe. Selbst wenn ein Reiseleiter nicht erreichbar gewesen sein sollte, seien die Informationen der Reiseveranstalterin ausreichend und eindeutig gewesen.

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